Eigentlich ist es unmöglich, den Namen Falco im Munde zu führen, ohne den Wickl Adams zu kennen. Hätte es doch den Einen ohne den Anderen wahrscheinlich so nie gegeben. Ist er doch Geburtshelfer, der Kunstfigur, die den 80 Jahren des 20 Jahrhunderts ihre Einzigartigkeit zum Geschenk machte. Wickl Adam findet sich bereit, mir einige der schillernsten Geschichten, um das Entstehen und die Konflikte zwischen der Kunstfigur Falco und ihrem Erschaffer, der Privatperson Hans Hölzel - die Oft nicht mehr weiß, wer von ihnen beiden, in seinem Leben die Regie übernomen hat - an mich weiter zu geben.
So beginnt sie - die Geschichte des F A L C O.
"Es war 1976. Ich habe in Wien die Halluzination Company gegründet - ein Rocktheater. So etwas hatte es in Mitteleuropa noch nicht gegeben - zu dieser Zeit. Das Prinzip war, ganz tolle Musik zu machen - auf wirklich hohen, hohen Leveln. Aber auch mit Typen, die sich schminken, die exzetrisch genug sind, um sich auf Bühnen in jetweder Form darzustellen. Das heißt zum Beispiel: Wenn bei mir einer vorgespielt hat - egal ob Mann oder Frau, war immer auch die Frage - ob er sich auch nackt auf der Bühne bewegen würde. Hat er gesagt "nein" war er für mich nicht mehr interessant, weil ich etwas machen wollte, wo es keine Grenzen gibt.
Eines Tages - auf der Suche nach Musikern - hat der Bassist der gespielt hat, der aber nicht wirklich gut genug war - mir einen Tip gegeben und gesagt, ich soll nach Mödling fahren. Dort gibt es ein Stadtfest. Da spielt eine Santana Cover Band und ich soll mir doch diesen Bassisten ansehen. So fuhr ich nach Mödling und in der Fußgängerzone hat wirkliche eine Santana Coverband . Es haben zugesehen 20 Leute. Die haben ok gespielt, aber was mir besonders aufgefallen ist, ist daß dort einer Baß spielt, als würden hier 20.000 Leute stehen und keine 20.
Er ist mir auch aufgefallen, weil das was er an gehabt hat. überhaupt nicht zusammen gepasst hat: Eine wunderschöne Indio - Jacke - kann ich mich erinnern, aus Mixiko mit einer Jeans die so Grauen erregend ausgesehen hat in dieser Mischung! Aber er hat es getragen, als wäre es ein Gala Anzug. Und so bin ich dagestanden und hab mir gedacht: Ey! Da spielt einer sehr gut Baß, ist offensichtlich ein sehr exzetrischer Eigenbrödler - was ich sehr schätze an Künstlern - eigenbrödlerische Künstler haben oft auch etwas vorzuweisen. Und ein mit Abstrichen, fescher Kerl war er auch, sag ich jetzt.
Ich bin zu ihm gegangen und habe gesagt:" Du, da gibt es ein Projekt. Rocktheater. Den besten Drummer Österreichs. Peter Kolgert. Für dich als Bassist wäre das doch interessant." Er hat gesagt: "Ja. Ok." Geld hat´s auch gleich gegeben für Proben und so weiter. So hat er die Ordition gemacht und wir haben ihn eigentlich sofort genommen, weil er wirklich - auch handwerklich ein sehr, sehr guter Bassist war. Ja, und so wuchs diese Truppe zusammen. Gut. So wurde Hans Hölzl Bassist der Halluzination Company.
Jeder Musiker dieser Company mußte Körpertheater - Workshops machen. Weil für mich die Bühne mehr ist, als nur ein Platz, wo man sein Instrument spielt. Für mich ist die Bühne - nicht im katholischen Sinne - ein heiliger Platz. Im Ursinn eine Kultstätte. Auf Kultstätten bereitet man sich vor. Nicht nur am Instrument. Auch von der Ideologie - der Einstelung zur Bühne her. Das mußten Musiker bei mir machen. Daher unterscheiden sich a--e Musiker, die bei mir gespielt haben, vom Rest in diesem Lande. Nicht nur handwerklich, sondern auch von der Vision. Was ist unser beruf überhaupt. OK. Körpertheater Workshops.
Nach ein paat Tagen war irgendwie klar, dass der Hans in der Hyftgegend ein sehr steifer Kerl ist und dass man das auch nicht aus ihm heraus bekommt - wie wenn man ihm einen Stecken in den Rücken hineinesteckt hätte - aber - dass sehr viel Kraft da ist in den Schultern, in den Händen, im Gesicht und in den Augen. Somit sind wir ganz schnell zu dem Punkt gekommen, wo ich gesagt hab": Hans, tu ja nie Hyftwackln! Versuch ja nicht auf diese Art sexy zu sein, sondern such dir einen guten Stand auf der Bühne - das du fest auf dem Boden stehst und lass dein Gesicht sprechen, lass deine Hände sprechen, wenn du nicht Baß spielst. Laß deine Schultern sprechen, laß deinen Oberkörper sprechen."
Du wirst kein Video sehen, wo es einen Hyftwackler von ihm gibt. Nicht mal in einem Soulstück wie " Emotional" OK. So ist der Hans einmal über den Körper zur Figur geworden - über diese Workshops.
Wir sind dann auf Tournee gegangen. Waren die Sensation. Wir waren sofort sechs Tage lang ausverkauft in Wien und sind dann - sehr bald eigentlich - nach Deutschland gegangen und haben München im Sturm erobert. Binnen zwei Tagen hat München uns gekannt. Wir waren dann vier Wochen lang ausverkauft. In dieser Zeit ist dann der Hans einmal zu mir gekommen - vor dem Gig - und hat gesagt:" Wickl ab heute sagst du mich nicht mehr an:" Am Baß Hans Hölzl" sondern du sagst mich bitte an: "Am Baß Falco Gottära." Dazu muß ich etwas sagen - es war damals die Zeit der "Neuen Deutschen Welle" mit sehr pompösen Namen wie "Einstürzende Neubauten" Tief fliegende Brieftauben" und was weiß ich, was es da alles gab.
So ist auch der Name "Gottära" zu verstehen - die Ära des Gottes Falco beginnt. Nach drei Tagen ist er dann gekommen und hat gesagt:" Gottära nehmen wir wieder weg. Das ist zu dick. Aber Falco bleibt." So entstand auf einer Halluzination Company Tournee die Kunstfigur Falco.
Er hatte schon immer ein sehr, sehr hohes Selbstbewußtsein. ich wußte zwar nie - ist das echt, oder nicht echt, aber in seiner Selbstdarstellung war er so grenzenlos - er hat mir damals sehr impniert - auf eine sehr bübische Art. Wir haben gespielt in München und dort gab es das "Sugar Shake" . Das In - Lokal. Dort trafst du Rod Stewart, Keith Richarts und all die deutschen Tollen und man kam dort auch nicht rein unter normalen Umständen und so. Wir wurden eingeladen. Eines Tages kommt er zu mir um zwei Uhr in der Früh und sagt: "Hey Wickl mach ma noch irgendwas! Schaun ma ins "Sugar Shake". OK. Sind wir um Zwei Uhr in der Nacht dort hin.
Dort gab es eine Schwingtür. Auf alle Fälle - das vergesse ich mein Leben nie - dort sitzen Film Meschen, amerikanische Stars, Groopies, deutsche Tolle, Künstler. Und er - springt richtig hinein! Fetzt diese zwei Schwingtüren auf - springt, mit einem Satz so zu sagen hinein. Als er aufkommt - mit ausgestreckten Armen - schreit er durchs Lokal:" Hey Leute! Falco ist da!" Kein Mensch hat Falco gekannt - der Name wurde zwei Tage vorher kreiert! Und ich denk mir:" Er ist ein Wahnsinniger er scheißt sich überhaupt nichts" Hat mir sehr, sehr gefallen und ich hab sehr gelacht. Er hat sich auf diese Weise ganz einfach manifestiert!
Hans hat sich sehr gern kontroverser Charaktäre angenommen. Dazu gibt es eine ziemlich einzigartige Geschichte:
Es gab eine Andy Warhol Austellung in Wien. Die erste in Europa. Und die bekamen die Bilder nicht durch den Zoll. Der Verantstalter der Ausstellung hat mich am Vormittag angerufen und gefragt, ob mir nicht etwas einfällt 200 Journalisten aus ganz Europa sind da! Was kann man tun? Die HC das waren damals 22 Leute mit allen Mädels dabei und so. Und ich habe, sozusagen, eine außerirdische Reisegruppe gegründet, wo jeder der 22 sich ein Zeitalter vom Kostüm her aussuchen konnte. Wir sind zum größten Kostümverleiher. Ich war ein Außerirdischer. Wir sind, sozusagen mit einem Raumschiff in Wien gelandet und gehen auf die Andy Warhol - Ausstellung. Wir sehen jedes Bild und erklären die Bilder die wir sehen, aber die Journalisten sehen die Bilder nicht. Gut. Jeder konnte sich aussuchen, was er ist.
Hans Hölzl stand im großen Kostümverleih erschien dann in der SS Uniform und makierte den Goebels. Er war bei diesem Gang das böse Zeitalter der 30. und 40. Jahre. Er ist überhaupt kein Nazi gewesen - um das ganz klar zu machen - Es hat ihm ganz einfach gefallen, wenn Leute sich eschoffiert haben. Er hat es geliebt.
Auf der anderen Seite hat er mit uns ein wenig Schwierigkeiten gehabt je länger wir zusammen waren. Wir waren Hippies. Aber die Leute, die er immernangebracht hat - vor allem die Frauen...... Sei mir bitte nicht böse, ich schätze Frauen sehr, ich liebe Frauen. Aber er hat wirklich einen unglaublichen Griff zu Tussies gehabt damals.
Ich kann mich erinnern, er ist mal mit einem deutschen Mädel aus Würzburg gekommen. Es war ein Alptraum. Die hat dann um 11 Uhr in der Nacht in der Wohnung zu toben begonnen:" Wann ist denn endlich Silvester!? Wann beginnt denn entlich Silvester?! Wann wird denn endlich gefeiert!??
Wir haben uns schon fünf Stunden irrsinnig wohl gefühlt, gut gegessen, tolle Gespräche geführt - Für sie war Silvester nur echt mit bum, bum bum! Es kam dann auch im Laufe der Zeit zur Trennung, weil der Schlagzeuger, Peter Kolgert, den Hans Hölzl nicht mehr ertragen hat. Wir haben in Amsterdam gespielt und der Peter ist zu mir gekommen und hat gesagt:" I halt eam nimma mehr aus! Ständig glaubta, er is irgendwer!" I brauch an erdigen Bassisten. Er ist immer 5 cm übam Erdboden!" Mir war der Schlagzeuger damals wichtiger, weil er der beste Österreichs war und ein Tier am Schlagzeug. Sowas findest du alle 15 Jahre. Bassisten wie den Hans gibts viele. Er war ein guter Bassist. Vom Handwerdklichen her total astrein. Aber auch nicht mehr. Also beim Mahavision Orchester hätte er nicht spielen können.
Aber er war ein wirklich guter Bassist sonst wär er nicht zur HC gekommen. In Amstadam kam es dann zu großen Streit zwischen den beiden. Ich bin dann zu ihm gegangen hab mit ihm gesprochen und gesagt:" Heast, das tät ich mir nicht gefallenlassen an deiner Stelle." Ich bins von hinten angegangen. Er hat gesagt:" Du hast eigentlich Recht. Wie viele Gigs haben wir denn noch vertraglich?" Es waren so 16 oder sowas. Die haben wir dann noch gespielt miteinander und dann ist der Hans Hölzl nach ca 2 Jahren aus der HC ausgeschieden. Das Lustige ist nur, dass dieser Kolgert auf seiner "Einzelhaft" Schlagzeug spielt. So der Hans ist bei der HC ausgeschieden. Hat dann gespielt bei " Spinning Wheel" Commerz. Dann ist er bei Dradiwaberl eingestiegen wie viele Musiker der HC.
Bei Dradiwaberl durfte er etwas, was er bei uns nie gedürft hat. Singen. Weil, wann immer wir in den Proberaum gekommen sind, das sag ich mit allem Sarkasmus dahinter mir selbst gegenüber: Ich, der großer Erkenner! Jedesmal wenn wir in den Probenraum gekommen sind, und er gesagt hat:" Burschen, hört´s mal: Ei, oh, ba, da, C, (Falcotypische Lautfolgen) haben wir immer gesagt: Geh Hans, lass uns in Ruh mit dem." Bei Dradiwaberl hatte er dann seinen ersten Song "Ganz Wien" Irgendwann, der Stefan Würger mußte sich umziehen und so weiter, hat er gesagt:" OK Hans, mach diesen Song". Das was sein erstes Pice. Gefällt mir sehr gut. Bis heute. Weil es sehr einfach ist, aber einen Teil der damaligen wiener Drogenszene sehr, sehr trifft. So wars.Und so begann dann seine Geschichte als Soloprojekt.
Ich hatte dann solche Begegnungen mit ihm, die aber auch Andere gehabt haben wo er echt Identitätsschwierigkeiten hatte und seinen Kommissar - Mantel überhaupt nicht mehr ausgezogen hat. Als Comic Figur seiner selbst in Wien herumsgestigen ist. hans hatte ein schweres, schweres Drogenproblem seiner Zeit. Die Droge damals hieß Alkohol. Wie er seine erste Promotour gemacht hat, 10 Monate weg aus Wien - kam er wirklich zurück und was ein Anderer. Das ist ganz einfach der Alkohol gewesen. Er ist als Falco in die Welt. Überall war er Nummer Eins. Er ist nach zehn Monaten zurückgekommen und war ein anderer Mensch.
Auf meine Frage, warum es ein Mensch von einer Schönheit und zahllosen Talenten wie Falco wie besaß, es so schwer hatte, antwortet Wickl Adam:" OK wenn er so wunderschön ist, wo sind denn dann die vielen tollen, wunderschönen Frauen? So sche´ wara net. Nee. Weil man muß etwas als was Gesamtes sehen. Ich kann nicht ein Gesicht rausheben und sagen:" ein klassisches Gesicht." In den 30ger Jahren wäre er ein absoluter Film Hero gewesen OK. Aber er hat immer Fettansätze am Bauch gehabt. Er war eigentlich ein leptosomer Typ und hat den Breitschultrigen gegeben. Für mich ist er immer ein ganz normaler Mensch gewesen und er hat seine Normalität zeitweise völlig verloren. Dann ist man eben draufgekommen "AHA". Ich sag dir mal ein Beispiel:
Ich bin mit der Barbara verheiratet. Barbara war Mitglied der HC. Falco und meine Frau haben sich immer irrsinnig gut verstanden - geistig. Er war ja ein g´scheiter Kerl. Da hab ich ihn damal in der Schottenfeldgasse besucht. Und da hat er zu mir gesagt:" Du weißt ja, mit wem du verheiratet bist." Da ist so eine Trauer gewesen. Da war so eine Sehnsucht nach so etwas. Deswegen war ja damals auch die Sache mit seinem Kind das Drama seines Lebens. Weil endlich hat er geglaubt, es ist eine da, die auch anders da ist. Und dann diese Enttäuschung für ihn. Also man kann wirklich sagen, ich sag das ja bis heute, in Wirklichkeit ist seine Seele damals irgendwie zerbraochen. Irgendwas ist da passiert. Er hat auch sehr gut kasschieren können. Es hat niemand mitbekommen, außer einer Person in Wien - seine Heroinsucht.
Er hat das so gut im Griff gehabt. Sonnenbrile, Alkohol und du checkst es eh net. Wenn du kein Junkie bist, der sich niederfetzt. Sondern diese latenten Heruinsniffer - ja. Aber das wurde auch bei ihm zum Problem. Mit dem Alkohol hatte er nach einem Jahr eh aufgehört. Hat keiner gesußt. Der war halt drei Wochen lang weg. Dass er in einer Klinik war, ahnte keiner. Er ist ein Grenzgänger gewesen. Am besten wäre für ihn gewesen, ein Leben lang no drugs. Der Hans, das weiß man heute, war der legendärste Poptexter den wir in diesem Land gehabt haben. Und "Einzelhaft" - das würde ich vor jedem Auditorium der Welt sagen, ist das beste Album, das je ein Österreicher in der Popmusik gemacht hat.
Am Schluß seines Lebens sind wir dann wieder zusammen gekommen. Haben geprobt miteinander mit der alten HC. Es war unglaublich. Es war auch traurig, weil er konnte die Stücke die er selber komponiert hatte, nicht mehr spielen. Er war nicht mehr gut genug. Gut. Wir haben geprobt. Er ist nicht zum Gig erschienen. Da war er dann zu feig. Hat schon im Flugzeug in die Domenikansiche Republik gesessen. Aber diese letzte Probe war so schön. Wir haben uns wieder geküsst und gehalten. Wir waren wieder die Buben. Und Buben haben sich wieder getroffen.
Und Scheiße, ob einer Nummer Eins in Amerika war oder ich mittlerweile der größte Entdecker dieses Landes aller guten Musiker und so weiter.
Und an noch eine Begegnung erinnere ich mich. So circa ein halbes Jahr vor seinem Tod, trafen wir uns in der Stadthalle. Uns interessierte beide nur die Vorgruppe eines Abends. Da fing er dann an über seine Probleme zu reden. Über die Nummer:" Mutter, der Mann mit dem Koks ist da." Er sagte zu mir:" 800.000 verkaufte Einheiten. Super Nummer! Platz 4 in Deutschland. Nur, ich ärgere mich Grün und Blau! Die Plattenfirma hat gesagt, ich soll das als Falco machen. Ich habe geglaubt, Falco kennt von den Jungen niemand mehr! Er ist dann draufgekommen, das wäre sein Wiedereinstieg gewesen. Das war ein sehr liebes Gespräch. Ich hätte es als Falco machen sollen. Jetzt hab ich halt nur Geld verdient damit, aber es geht nichts weiter.
Also, er ist zu der damaligen Zeit gesessen und hat offensichtlich herumseniert, wie er seine Karriere wieder in Schub bringen kann. Wie das wieder weiterfliegen könnte. Weil damals ist er nur noch geflattert so zu sagen. Dann die ganze Geschichte mit dem Kind und alles. Diese heavy Geschichten haben ihn dann auch wieder auf den Boden gebracht. Man konnte dann auch wieder auf eine sehr gute Art und Weise mit dem Hans sprechen. Er hat begonnen anders zu sehen, anders zu denken. Er ist wieder auf den Boden gekommen.
Nochmal kommt von mir die Frage, ob Hans Hölzl sich am Ende nicht von der Kunstfigur Falco erdrückt fühlte. Wickerls Antwort:" Da liegst du total daneben." Der Hans hat künstlerisch immer gemacht was er wollte. Immer. Es hat nie eine Plattenfirma gegeben, die gesagt hat:" Das machen wir und das machen wir nicht." Eine andere Tatsache ist, dass alle großen Hits nicht von ihm komponiert wurden. Getextet hat er alles. Also das heißt, ich bin nicht deiner Meinung, dass alles was er angefasst hätte zu Gold geworden wäre. Sonst wäre ja auch sein Privatleben Gold geworden. Und da kommen wir zu einem ganz anderen Punkt:
Ich bin einmal nachts nach Hause gegangen mit einem Herren Constantin von Hohenlohe um vier in der Früh wird er von einem levierten dreiundachzigjährigen Diener empfangen, der ihn, den Einundzwanzigjährigen, mit Durchlaucht anspricht. Ich hab dagesessen und mir gedacht:" Wo bin ich denn jetzt?!" Und der Hohenlohe hat sich geschämt. Dann sind wir da gesessen und haben über Geld geredet. Und sehr sagt zu mir:" Die einzigen Menschen, die auf dieser Welt wirklich wissen, wie man mit Geld umgeht, das ist der Adel. Alle anderen kannst du vergessen. Die Leute wissen nicht, was Geld ist. Schau dir meine Familie an.
In den letzten 800 Jahren haben sie uns irgendwann einmal alles weggenommen. Im nächsten
Jahrhundert haben wir alles wieder gehabt. Der Adel weiß, wie das geht. Was ist denn das, wenn einer 100 Jahre lang reich ist über drei Generationen? Ist doch uniteressant! Du wirst dich jetzt
fragen - wieso sagt der das? Weil der Hans in Wirklichkeit ein Vorstadtbub aus einer armen Familie war. Ich selber komme auch aus der Vorstadt. Ich bin mein eigener Teufel. Ich hab soviel Geld in
meinem Leben verdient und hab alles verspielt. Uns hat niemand gelehrt wie es ist. Wir wissen, wie man umgeht mit 1.000 . Wier Wissen, wie man umgeht mit 10.0000 . Bei einer Million glaubt unser
Eins - ich jetzt nicht mehr- ja schon, das geht jetzt mein ganzes Leben so weiter. Was kostet die Welt?! Uns der Hans hat, schlicht und einfach, das Ganze nicht wirklich verarbeiten können.
Sonst wären kein Alkohol, kein Kokain und kein Heroin gekommen.
Der kleine Hansi Bua aus dem 5. Bezirk ist vor so einem Haufen Geld gestanden und hat halt geglaubt, jetzt muß er den und den spielen. Wo der Adlige sagt:"Das ist aber nett." Das auf die Seite schiebt und sein normales Leben weiter lebt. Und der Hans, ich kenn es ja von mir und kann es auch mit mir vergleichen. Ich bin aufgewachsen in einer Welt, wo du kein Arschloch sein durftest. Wehe du verrätst einem Plizisten etwas! Wir halten zusammen! Gemeindebau und so. Ich kenne alle Unterweltbosse Wiens, die es zum Teil nicht mehr gibt, weil sie gestorben sind. Ich kenne die Geldverleiher Wiens und so weiter. Man schmückt sich gern mit solchen Sachen.
Er war eine Zeit lang lieb Kind der wiener Unterwelt. Sie haben ihm die Rolls Royce geschickt und er ist in die diversen Läden und hat die Huren aufmarschieren lassen. ER hat genau dieses Leben gelebt! Wo er eine Sprache gesprochen hat und mit Frauen umgegangen ist..... Wenn du seine Texte leist würdest du das nie vermuten! Also diese Schizophrenie - es hat ihn niemand gelehrt, umzugehen damit. Mit diesr Masse von Geld und so weiter. So wie keiner von uns mitbekommen hat - außer Einer, der auch eingegriffen hat, daß Hans vor seinem totalen finaziellen Ruin stand! Wir haben alle geglaubt, der ist total reich. In Wirklichkeit war er zwei Tage davor, dass ihm die Bank seine Wohnung in der Schottenfeldgase wegnimmt. Wenn er nicht zufällig einen Typen kennengelernt hätte, der gesagt hat:"Ich nehm das in die Hand und mach das für dich." hätte in der Zeitung gestanden" Superstar Hans Hölzl hat keine Wohnug mehr ! oder irgend sowas. Also ein wildes Leben. Ein wildes, wildes Leben.
Natürlich hat er gute AKM und Gema Abrechnungen gehabt aber ein immer glanzvolles Leben war es nur nach Außen hin. Ich will eigentlich damit nur sagen, dass der seinen Kampf gehabt im Leben. Und darum ist er auch auf die Domenikanische, weil er nichts mehr wissen wollte von Finanzämtern und Schulterklopfern! Aber was hat er gemacht?! Er hat sich in ein Ressort begeben, wo wieder Wiener waren. Wo er wieder der Wiener auf dem Berg mit seiner Villa war. Aber er war einer, der das Leben gelebt hat. Der trotz aller Dinge in meinem Herzen eine positive Erscheinung ist. Und als Künstler sehe ich ihn von seinen Texten her genauso, wie ich einen HC Artmann sehe. Vor einiger Zeit kommt jemand zu mir und sagt, er würde mich so gerne etwas fragen:" Wie war das mit Falcos Tod eigentlich wirklich? War der auf Drogen?"
Ich vertrete folgende Meineung:
Der Hans hat zum Flughafen fahren wollen. Es war sehr heiß. Er verschläft, tritt aufs Gas und es macht bum. Denn fünf Stunden vorher ist noch ein Fax gekommen, das ich zu Hause habe, wo er schreibt, dass der Gitarrist einen kleinen Verstärker mitbringen soll, weil, den kann er drüben nicht auftreiben und er freut sich schon und holt ihn vom Flughafen ab. 5, 6 Stunden vor seinem Tod ist dieses Fax angekommen. Das schreibt nicht einer, der sich umbringen will. Das ist völliger Schwachsinn! Der hat sich nie umbringen wollen. In Wirklichkeit hat er den perfekten Showbiz Abgang gemacht. - James Dean. Wenn du dir jetzt nachher anschaust.
Aber noch Einmal - ich sehe es halt ein wenig anders. Da gab es keine große Krise in seineem Leben. Seine Kerze war einfach aus. Ich sag immer:" Wäre er zur selben Zeit in Wien gewsen, wäre ihm ein Ziegelstein auf den Kopf gefallen." Es gilt eh, was er so schön auf Deutsch gemacht hat:" Aber was vorbei ist, ist vorbei it´s all over now Baby Blue." Was ich toll finde ist ja, dass neun Jahre später - wir hier in einem Park sitzen und über ihn reden. Damit hat er ja im östereeichischen Popgeschäft etwas manifestiert. in diesem Sinne wird er österreichische "Superstar" des österreichischen Popbusiness bleiben.
Ende des Interviews mit Wickl Adam
Es ist der Ort - an dem du einer Außnahme Erscheinung begegnen kannst. Träume - Brüche - Wiederstände - Mythen - Aufstieg und Fall - höchste Flüge - tiefste Stürze / das Leben, wie nur EINER es lebte findest du hier in Reinkultur.
Dir kommen Gedanken? Dir fallen Geschichten ein? Diese Person stellt dich vor Fragen? Steure
sie bei und teile sie. Du bist herzlichst eingeladen
Helene
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